Literaturverzeichnis erstellen – aber richtig

Jede Bachelor-, Hausarbeit oder wissenschaftlichen Arbeit muss ein Literaturverzeichnis enthalten. Die Angaben zur verwendeten Literatur werden meistens in den Fußnoten niedergeschrieben, das Literaturverzeichnis befindet sich am Ende des Dokuments. Es enthält alle Quellen, die Du für diese Arbeit verwendet hast. Diese Zusammenstellung dient der Transparenz und ermöglicht das Auffinden und Überprüfen der verwendeten Angaben. Deshalb muss jeder Eintrag alle Informationen enthalten, um ihn bis zur Quelle zurückzuverfolgen.

Standards und Regeln

Für das Literaturverzeichnis gibt es trotz viele Gemeinsamkeiten kein einheitliches System. Welche Katalogisierung verwendet wird hängt vom Fach, von der Uni, der Fachzeitschrift oder vom Land ab. In Deutschland legt die Norm DIN 1505 „Titelangaben von Schrifttum“ einige Regeln fest, auf internationaler Ebene gibt es für ein Literaturverzeichnis die Norm ISO 690. In den angelsächsischen Ländern haben sich die Richtlinien APA (American Psychological Association), MLA (Modern Language Association) und Harvard durchgesetzt.

  • APA ist ein auf Autor und Datum basierender Zitierstil. Dies bedeutet, dass der Autor und das Datum eines Werkes im Vordergrund stehen, um es eindeutig zu identifizieren.
  • MLA wird am häufigsten in den Geisteswissenschaften angewendet, insbesondere in den USA. Es ist wohl der am häufigsten verwendete aller Zitier-Stile.
  • Harvard ist sehr ähnlich zu APA. Während APA hauptsächlich in den USA verwendet wird, wird die Harvard-Referenzierung im Literaturverzeichnis häufig auch in anderen Ländern angewendet und wird für die Verwendung in den Geisteswissenschaften empfohlen.

Was ist ein Plagiat?

Wenn Du die Arbeit eines anderen Autors zitierst oder umschreibst, ohne einen Verweis darauf zu nehmen, plagiierst Du. Heute ist es nicht nur sehr einfach Plagiate mithilfe von Onlinediensten zu erkennen, auch der Lehrer wird Plagiate beim Lesen deiner Bachelorarbeit bemerken. Denke daran: Alle Annahmen oder Fakten, die Du im Text angibst, müssen durch die glaubwürdige Arbeit eines anderen unterstützt werden. Plagiat bedeuten nicht nur Schummeln, sondern werden hauptsächlich verwendet, um das Nichtverstehen von Arbeiten oder Theorien anderer zu kaschieren.

So sammelst Du alle wichtigen Angaben

Erstelle eine Liste aller von dir bei der Hintergrundrecherche verwendeten Bücher, Zeitschriften oder Websites. Diese Liste der Quellen kannst Du später in deinem Literaturverzeichnis deiner Bachelorarbeit benutzen. Die meisten Lehrer möchten mindestens drei schriftliche Informationsquellen angegeben haben. Diese Informationen für das Literaturverzeichnis solltest Du aus gedruckten Quelle sammeln:

  • Autorenname
  • Titel der Veröffentlichung oder des Artikels, wenn es sich um eine Enzyklopädie oder Zeitschrift handelt.
  • Das Datum der Veröffentlichung
  • Ort der Veröffentlichung
  • Verlag des Buches
  • Bandnummer eines Magazins oder einer Enzyklopädie
  • Seitennummer

Diese Angaben für das Literaturverzeichnis solltest Du sammeln, wenn die Informationen von einer Webseite stammen:

  • Name des Autoren oder Herausgeber (falls verfügbar)
  • Titel der Seite (falls vorhanden)
  • Organisation oder Firma, die die Seite veröffentlicht hat
  • Die Webadresse dieser Seite (auch URL genannt)
  • Das letzte Datum, an dem Du die Seite besucht hast

 

Die bibliografischen Informationen für verschiedene Arten von Ressourcen befinden sich an verschiedenen Orten. Daher musst Du möglicherweise einige Detektiv-Arbeiten ausführen, um alle Informationen für das Literaturverzeichnis deiner Bachelorarbeit zu finden.

Versuche es an diesen Orten:

  • Titelseite eines Buches, einer Enzyklopädie oder eines Wörterbuchs
  • Überschrift eines Artikels
  • Vordere, zweite oder redaktionelle Seite der Zeitung
  • Inhaltsverzeichnis eines Journals oder einer Zeitschrift
  • Kopfzeile oder Fußzeile einer Website
  • Info- oder Kontaktseite einer Website

Aus diesen Angaben kannst Du das Literaturverzeichnis erstellen. Wird vom Lehrer oder der Universität kein Format vorgegeben, kannst Du die APA- oder MLA-Formatierung verwenden. Liste die Quellen in alphabetischer Reihenfolge unter Verwendung des Nachnamens des Autors auf. Wenn eine Quelle mehr als einen Autor hat, ordne diese nach dem ersten angegebenen Autor. Wenn ein Autor unbekannt ist, ordne diese Quelle stattdessen nach dem Titel.

So verwendest Du die deutsche Zitierweise

Alle Zitate in deiner Bachelorarbeit liegen im Text bereits als Fußnote vor. Für das Literaturverzeichnis musst Du die verwendeten Quellen noch einmal in alphabetischer Form zusammenfassen. Diese Zusammenfassung kann dann zum Beispiel so aussehen:

Aus einem Buch zitieren

Format: Name, Vorname: Titel, ggf. Vorname Name (Hrsg.), ggf. Bd, ggf. Auflage, Ort: Verlag, Jahr, Seitennummern.

Beispiel: Meier, Hubert: Reise in die Antarktis, Hans Müller (Hrsg.), Band 4, 2. Auflage, München-Berlin, Hausmann-Verlag, 1974, S. 318-322.

Aus einem E-Book zitieren

Ein E-Book ist die digitale Version eines Buches, das auf einem Computer, einem E-Reader (Kindle, Nook usw.) oder einem anderen elektronischen Gerät gelesen werden kann.
Format: Name, Vorname: Titel, ggf. Vorname Name (Hrsg.), E-Reader-Version, Quelle:, ggf. DOI (Digital Object Identifier).
Beispiel: Frankenstein, Gerhard: Untersuchungen an ägyptischen Mumien, Kindle-Version, abgerufen von: www.amazon.de, DOI: 10.1492/978-1-499-2034-8.

Ein DOI (Digital Object Identifier) ist eine zugewiesene Nummer, mit deren Hilfe Inhalte mit ihrem Standort im Internet verknüpft werden können. Es ist daher wichtig, falls vorhanden, diese beim Erstellen eines Zitats zu verwenden. Alle DOI-Nummern beginnen mit einer 10 und sind durch einen Schrägstrich getrennt.

Zitieren aus einem Magazin oder Journal

Format: Name, Vorname: Titel des Artikels, in: Titel des Journals, Jg., Nr., Jahr, Seitennummern.
Beispiel: Müller, Fanziska: Quantengravitation, in: Journal of Physics, 23 Jahrgang, Nr. 1, 2019, S. 241-243.

Zitieren aus einer Internet-Quelle

Name, Vorname: Titel, in: Plattform, Datum der Erstellung, URL [TT.MM.JJJJ].
Beispiel: Mustermann, Hans, Astrologie, in: physik.de, 22.12.2016, https://www.physik.de/beitraege/grenzwissenschaften, [04.09.2019].

Zitieren aus einer Studienarbeit

Format: Name, Vorname: Titel, Form der Arbeit, Fach, Bildungseinrichtung, Ort: Universität, Jahr.
Beispiel: Zimmerman, Ute: Gentherapie – Hoffnung der Medizin?, Bachelorarbeit, Pädagogik, Dortmund, TU Dortmund, 2019.

Zitieren aus einer Vorlesung

Format: Name, Vorname: Titel der Vorlesung, Vorlesung, Fachbereich, Bildungseinrichtung, Ort, Universität, Jahr, abgerufen von URL.
Beispiel: Merseburger, Patricia: Reduzierung des CO2-Ausstoßes, Vorlesung, Chemie, Erlangen, Fachhochschule Erlangen, 2019, abgerufen von: https://chemie-Vorlesungen.de/umwelt.

Zwei oder mehrere Autoren

Gibt es für das zitierte Dokument zwei oder mehr Autoren, ist die Schreibweise je nach Universität wie folgt:

Format: Autor1: Nachname, Vorname/Autor2: Vorname, Nachname:
Beispiel 1: Finney, George/John McDonald: Threshold-Theory, …
Beispiel 2: Finney, George & John McDonald: Threshold-Theory, …

Beispiel 3: drei Autoren
Finney, George/John McDonald/Paul Anderson: Threshold-Theory, …
Finney, George at al.: Threshold-Theory, …

Die Paraphrase

Das Paraphrasieren ist eine Möglichkeit, einen Text in der eigenen Bachelorarbeit zu verwenden, ohne das Quellenmaterial direkt zu zitieren. Immer wenn Du Informationen aus einer anderen Quelle beziehst, musst Du im Literaturverzeichnisangeben, woher diese Informationen stammen. In den Fußnoten werden Paraphrasen durch den Zusatz vgl. = vergleiche gekennzeichnet.

Format:

Vgl. Name, Vorname: Titel, Ort: Verlag, Jahr, Seitennummern
Beispiel:
Vgl. Unverzagt, Hubertus, Die lineare Beschleunigung während der Phasenmodulation, Berlin, Springer-Verlag, 2019, S. 122.

Die eidesstattliche Erklärung in wissenschaftlichen Arbeiten: alle Infos und Fakten

Mit der Anfertigung einer wissenschaftlichen Ausarbeitung, wie zum Beispiel deiner Bachelorarbeit zeigst du nicht nur, dass du wissenschaftlich arbeiten kannst, sondern auch zum Ende deiner Bildungskarriere einen entsprechenden akademischen Titel verdient hast. Damit du deine Bachelorarbeit den Regeln entsprechend anfertigst und auch die Prüfungskommission eine valide Angabe erhält, ist die eidesstattliche Erklärung der perfekte Abschluss deiner wissenschaftlichen Ausarbeitung. Was es mit dieser Erklärung auf sich hat und welche Konsequenzen beim Verstoß drohen können, erfährst du nachfolgend.

Sinn der eidesstattlichen Erklärung

Bei jeder Anfertigung einer wissenschaftlichen Ausarbeitung, wie beispielsweise einer Bachelorarbeit, hast du die Chance, dein eigenes Wissen zu präsentieren. Umso logischer erscheint es auch, alle Angaben aus anderen Quellen klar von deinen Überlegungen in der Bachelorarbeit abzugrenzen und entsprechend zu kennzeichnen. Damit du außerdem auch deinen wissenschaftlichen Grad erreichst, ist eine eidesstattliche Erklärung eine unabdingbare und valide Form, um die Einhaltung wissenschaftlicher Standards zu gewährleisten.

Die eidesstattliche Erklärung dient als offizielles Dokument, wofür sogar eine eigene Seite in deiner Arbeit eingeplant ist. Dennoch ist sie, ähnlich zum Sperrvermerk, kein Bestandteil der eigentlichen Bachelorarbeit, sondern bescheinigt am Ende lediglich, dass du jene Arbeit rechtmäßig verfasst hast. Für die Prüfungsleitung dient die eidesstattliche Erklärung als Gewährleistung und Einhaltung der Prüfungsordnung.

Aufbau und Platzierung einer eidesstattlichen Erklärung

In der Regel findest du ein einsetzbares Muster für eine eidesstattliche Erklärung in der Prüfungsordnung. Dort wird auch aufgeführt, an welcher Stelle die eidesstattliche Erklärung platziert werden sollte. Üblicherweise findet sich die Erklärung als letztes beschriebenes Blatt deiner Bachelorarbeit wieder und wird im Inhaltsverzeichnis weder aufgeführt noch erhält es eine Seiten- oder Gliederungsnummer. Inhaltlich sollte eine eidesstattliche Erklärung grundsätzlich in zwei bis drei Sätzen versichern, dass

1. deine Arbeit selbstständig und ohne fremde Hilfe geschrieben wurde,

2. übernommene Gedankengänge, Zitate und weitere Ausführungen anderer Autoren entsprechend gekennzeichnet wurden

3. und alle Quellen korrekt und aktuell benannt wurden.

Beim ersten Punkt kommt es häufig zu Verwirrungen, denn nicht immer ist die Unterstützung einer anderen Person auch eine direkte inhaltliche Mithilfe. So kann es beispielsweise vorkommen, dass du deine Bachelorarbeit von einem Dritten Korrekturlesen lässt. Hierbei ist es wichtig, dass die dritte Person keine inhaltlichen Änderungen vornimmt und der Gedankengang nachvollziehbar bleibt. Empfohlen wird daher, nach dem Lektorat die Arbeit auch selbst noch einmal gegenzulesen.

Bei einigen Bachelor- oder auch Hausarbeiten werden im Rahmen eines Forschungsteils auch Interviews und Umfragen durchgeführt. Hierbei werden unausweichlich andere Personen involviert, was jedoch im Rahmen der Forschung auch erlaubt ist.

Eine unzulässige Mithilfe wäre beispielsweise die Beauftragung eines Ghostwriters, der für dich die Bachelorarbeit anfertigt. Auch wenn sich rückblickend herausstellt, dass eine Hausarbeit oder Bachelorarbeit unter Einsatz eines fremden Autors verfasst wurde, kann deine Leistung noch Jahre später aberkannt werden und im schlimmsten Fall sogar zu Aberkennung des akademischen Titels führen. Darüber hinaus besteht beim Ghostwriter keine Gewährleistung dafür, dass der Inhalt tatsächlich korrekt zitiert oder belegt wurde.

Damit eine eidesstattliche Erklärung auch tatsächlich rechtsgültig ist, muss sie ein Datum sowie eine Unterschrift enthalten. Dabei ist ferner zu beachten, dass du selbst und handschriftlich unterschreibst und zwar mit vollem Namen. Die Unterschrift in gedruckter oder mobil eingefügter Form ist für dieses Dokument nicht rechtsgültig. Solltest du deine Hausarbeit in mobiler Form eingereicht haben, ist eine zusätzliche Erklärung in gedruckter Form einzureichen.

Konsequenzen von Plagiaten

Im wissenschaftlichen Arbeiten ist es gängig, mit Fremdwissen und somit auch mit anderen Quellen zu arbeiten. Nur so können Themen hergleitet, Definitionen konkretisiert und Rahmenbedingungen erklärt werden. Die Textstellen und Quellen, die du für deine Hausarbeit oder auch Bachelorarbeit benutzt, sollten daher immer klar erkenntlich sein. Übernommene Inhalte, sowohl in direkter als auch indirekter Form, sollten daher klar von deinen eigenen Gedankengängen getrennt und entsprechend gekennzeichnet werden.

Sofern dein Dozent nachweisen kann, dass einzelne Bestandteile, Absätze oder auch Sätze deiner Bachelorarbeit aus anderen Quellen kopiert wurden, ohne hierbei eine korrekte Quellenangabe vorzunehmen, handelt es sich um einen Täuschungsversuch. Wahrscheinlich kennst du diesen Begriff bereits aus Prüfungen: Wenn hier gespickt wird, handelt es sich ebenfalls um einen Täuschungsversuch. Wer in Hausarbeiten schummelt, kopiert aus anderen Werken. Auch ein als Eigenverdienst dargestellter, letztendlich aber kopierter Gedankengang kann als Täuschungsversuch geltend gemacht werden.

Die Konsequenz eines Täuschungsversuchs ist häufig die Benotung mit „nicht ausreichend“. In gravierenden Fällen kann jedoch auch die Exmatrikulation drohen. In jedem Fall wird der Täuschende vor den Prüfungsausschuss geladen und zur Stellungnahme gebeten.

Fazit zur eidesstattlichen Erklärung

– Durch die eidesstattliche Erklärung versicherst du, dass du dich an die Spielregeln und Prüfungsordnung der Hochschule oder Bildungseinrichtung gehalten hast.

– Die eidesstattliche Erklärung ist ein offizielles Dokument, welches handschriftlich unterschrieben werden muss und damit als rechtsgültig gilt. Ein Verstoß kann somit auch strafrechtliche Folgen nach sich ziehen.

– Die für dich passende eidesstattliche Erklärung findest du in der Prüfungsordnung der Bildungseinrichtung. Solltest du hier keine finden, orientiere dich bei der Anfertigung an oben genannte Angaben.

– Für die Erlangung eines wissenschaftlichen Abschlusses ist die eidesstattliche Erklärung unverzichtbar und für viele Prüfungsformen ein zentraler Bestandteil.